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Radarplotting online berechnen und Radarspinne zeichnen

Warum du Radarplotten heute noch verstehen solltest, obwohl dein Radar es längst automatisch kann

Radarplotting gehört zu den anspruchsvollsten Themen der SSS-Ausbildung. Nicht unbedingt deshalb, weil die dahinterstehende Mathematik außergewöhnlich kompliziert wäre, sondern weil mehrere Dinge gleichzeitig zusammenkommen: Radarbeobachtungen müssen korrekt ausgewertet, Bewegungsvektoren zeichnerisch konstruiert und daraus relative und wahre Bewegungen eines anderen Schiffes bestimmt werden.

Hinzu kommen die für eine Kollisionsbeurteilung besonders wichtigen Größen CPA – Closest Point of Approach und TCPA – Time to Closest Point of Approach. In der SSS-Prüfung werden viele dieser Werte noch klassisch auf einer Radarspinne beziehungsweise einem Radarplot zeichnerisch ermittelt.

Und dann kommt eine Besonderheit hinzu, die heute fast schon kurios wirkt:

Bei der manuellen Auswertung darfst du nicht einmal einen Taschenrechner verwenden.

Geschwindigkeiten, Wege und Zeiten werden stattdessen mit einer logarithmischen Skala bestimmt – im Prinzip ähnlich wie früher mit einem Rechenschieber. Das klingt zunächst hoffnungslos antiquiert. Erstaunlicherweise funktioniert es hervorragend.



🧭 NautiTools Radarplot direkt ausprobieren

Mit dem NautiTools Radarplot-Rechner kannst du deine eigene zeichnerische Lösung kontrollieren und gleichzeitig nachvollziehen, welche navigatorischen Informationen aus zwei aufeinanderfolgenden Radarbeobachtungen gewonnen werden können.

Du gibst zunächst deinen eigenen Kurs und deine eigene Fahrt ein. Anschließend trägst du für einen beobachteten Gegner zwei Messungen mit Uhrzeit beziehungsweise Zeitabstand, rechtweisender Peilung und Entfernung ein.

NautiTools berechnet daraus unter anderem:

Zusätzlich zeichnet der Rechner die zugehörige Radarspinne mit den Bewegungsvektoren. Damit kannst du deine eigene manuelle Konstruktion sehr gut kontrollieren.




Radarplotting wirkt altmodisch – und genau deshalb muss man seinen Sinn verstehen

Stellt man die naheliegende Frage:

Ist das manuelle Zeichnen einer Radarspinne heute noch State of the Art?

Dann lautet die klare Antwort:

Nein.

Moderne Radaranlagen können Ziele automatisch verfolgen. ARPA beziehungsweise vergleichbare Target-Tracking-Funktionen liefern Kurs, Geschwindigkeit, CPA, TCPA und weitere Informationen elektronisch direkt am Radargerät. Niemand stellt sich bei schlechter Sicht an den Kartentisch und zeichnet erst minutenlang eine Radarspinne, wenn das eigene Radar diese Werte längst berechnet.

Also könnte man fragen:

Warum wird Radarplotting im SSS überhaupt noch gelehrt und geprüft?

Weil es um etwas anderes geht als darum, später dauerhaft Radarbeobachtungen mit Bleistift und Zirkel auszuwerten. Es geht um das Verständnis der Bewegung, die du auf deinem Radarschirm siehst.



Auf dem Radar siehst du zunächst relative Bewegung

Ein Radarbild ist für Einsteiger manchmal überraschend. Du siehst andere Fahrzeuge nicht automatisch so, wie sie sich tatsächlich über die Erde bewegen. Was du zunächst wahrnimmst, ist ihre Bewegung relativ zu deinem eigenen Schiff. Dein Schiff bewegt sich. Der Gegner bewegt sich.

Und auf dem Radar entsteht daraus eine dritte Bewegung: die relative Bewegung des Gegners zu dir.

Genau hier liegt der Kern des Radarplottens. Du musst verstehen, wie aus:

eigener Bewegung + relativer Bewegung

die:

wahre Bewegung des Gegners

ermittelt werden kann. Mathematisch ist das wiederum eine Vektoraufgabe. Zeichnerisch entsteht daraus die typische Radarspinne.



Warum heißt das andere Schiff beim Radarplotten „Gegner“?

In Radarplot-Aufgaben wird das beobachtete andere Fahrzeug häufig tatsächlich als Gegner bezeichnet. Das hat nichts mit Feindseligkeit zu tun. Der Begriff beschreibt schlicht das andere Fahrzeug, dessen Bewegung relativ zum eigenen Schiff untersucht wird.

Im NautiTools Radarplot kannst du aktuell zwischen zwei solchen Zielen wechseln:

Für jeden Gegner können getrennte Radarbeobachtungen eingegeben und ausgewertet werden.



Zwei Radarbeobachtungen erzählen bereits sehr viel

Für einen klassischen Radarplot werden mindestens zwei Beobachtungen desselben Zieles benötigt. Zu jedem Beobachtungszeitpunkt kennst du:

Aus zwei solchen Messpunkten lässt sich zunächst erkennen, wie sich das Ziel relativ zu deinem eigenen Schiff bewegt.

Der erste beobachtete Punkt wird auf der Radarspinne eingetragen. Nach einer bestimmten Zeit erfolgt die zweite Beobachtung. Aus der Verbindung beider Positionen entsteht der relative Bewegungsvektor. Dieser Vektor enthält zwei entscheidende Informationen:

Damit beginnt die eigentliche Auswertung.



KBr – der relative Kurs des Gegners

Der KBr beschreibt die Richtung, in der sich der Gegner relativ zu deinem eigenen Schiff bewegt. Dieser Wert darf nicht mit dem tatsächlichen Kurs des anderen Schiffes verwechselt werden. Ein Gegner kann beispielsweise tatsächlich auf einem bestimmten Kurs fahren, während seine Spur auf deinem relativen Radarbild in eine völlig andere Richtung zeigt.

Warum?

Weil deine eigene Bewegung in das Radarbild eingeht. Der relative Kurs beantwortet also nicht:

„Wohin fährt der Gegner wirklich?“

sondern:

„Wie bewegt sich der Gegner im Verhältnis zu mir?“

Diese Unterscheidung ist eine der zentralen Erkenntnisse beim Radarplotting.



vBr – relative Geschwindigkeit

Aus dem Weg zwischen den beiden Beobachtungspunkten und der vergangenen Zeit lässt sich die relative Geschwindigkeit vBr bestimmen. In der manuellen SSS-Auswertung erfolgt genau diese Berechnung häufig mithilfe der logarithmischen Skala. Du misst beispielsweise eine bestimmte Strecke des relativen Vektors und kennst den Beobachtungszeitraum. Daraus muss die Geschwindigkeit bestimmt werden. Mit einem Taschenrechner wäre das ein einfacher Dreisatz. In der klassischen Radarplot-Ausbildung wird dafür jedoch die logarithmische Skala verwendet.

Am Anfang wirkt das ungewohnt. Nach wenigen Übungen stellt man überrascht fest:

Es funktioniert tatsächlich sehr gut.

NautiTools berechnet denselben Wert digital und eignet sich dadurch hervorragend als Kontrolle deiner manuellen Lösung.



Die Radarspinne – mehr als ein merkwürdiges Liniengebilde

Wer zum ersten Mal einen vollständigen Radarplot sieht, erkennt häufig zunächst nur ein Geflecht aus Linien und Vektoren. Daher auch der passende umgangssprachliche Begriff:

Radarspinne.

Tatsächlich besitzt aber jede Linie eine klar definierte Bedeutung. Im NautiTools Radarplot werden unter anderem dargestellt:

Dadurch kannst du die digitale Zeichnung unmittelbar mit deiner eigenen Papierkonstruktion vergleichen.



CPA – der wichtigste Abstand im Radarplot

Eine der wichtigsten Fragen bei der Beurteilung eines Radarzieles lautet: Wie nahe werden wir uns kommen, wenn beide Fahrzeuge Kurs und Geschwindigkeit beibehalten?

Die Antwort liefert der: CPA – Closest Point of Approach

Der CPA ist der kleinste Abstand, den der Gegner bei unveränderter Bewegung zu deinem Schiff erreichen wird. Ein großer CPA kann auf eine unkritische Begegnung hindeuten. Ein kleiner CPA kann dagegen zeigen, dass eine gefährliche Annäherung bevorsteht. Liegt der CPA praktisch bei null, führen die Bewegungen beider Fahrzeuge rechnerisch zu einem direkten Zusammentreffen also Kollision.

Damit ist der CPA einer der zentralen Werte bei der Kollisionsbeurteilung.



TCPA – wann erreichen wir den CPA?

Der CPA sagt dir, wie nahe der Gegner kommen wird. Der TCPA – Time to Closest Point of Approach sagt dir dagegen:

Wann?

TCPA beschreibt die verbleibende Zeit bis zum Erreichen des CPA. Das ist entscheidend.

Ein CPA von beispielsweise 0,3 sm kann grundsätzlich kritisch sein. Ob du aber sofort reagieren musst oder noch ausreichend Zeit zur sorgfältigen Beurteilung der Situation besitzt, hängt wesentlich vom TCPA ab. NautiTools gibt deshalb sowohl die verbleibende Zeit bis zum CPA als auch – bei Eingabe echter Uhrzeiten – den entsprechenden Zeitpunkt aus.



CPA und TCPA müssen gemeinsam betrachtet werden

CPA und TCPA gehören untrennbar zusammen. Nur den CPA zu kennen reicht nicht. Und nur den TCPA zu kennen ergibt ebenfalls keinen Sinn. Erst beide Werte gemeinsam beantworten die entscheidenden Fragen:

Wie nahe kommen wir uns?

und:

Wann geschieht das?

Genau deshalb gehören CPA und TCPA auch bei modernen Radaranlagen zu den wichtigsten automatisch berechneten Target-Daten.



PCPA – wo liegt der CPA?

Der NautiTools Radarplot berechnet zusätzlich die PCPA – Peilung zum Closest Point of Approach. Damit wird nicht nur bestimmt, wie groß der geringste Abstand sein wird, sondern auch, in welcher Richtung dieser Punkt relativ zu deinem Schiff liegt.

Das erweitert die reine Abstandsinformation um eine räumliche Komponente.



SPCPA – Seitenpeilung zum CPA

Neben der rechtweisenden PCPA berechnet NautiTools auch die SPCPA – Seitenpeilung zum CPA. Die Seitenpeilung betrachtet die Richtung relativ zum eigenen Kurs. Damit lässt sich die spätere Passage anschaulicher auf das eigene Schiff beziehen.

Der Rechner zeigt außerdem direkt die daraus resultierende Passierseite an.



Passiert der Gegner an Backbord oder Steuerbord?

Aus dem Radarplot lässt sich bestimmen, auf welcher Seite der Gegner beim CPA passieren wird. NautiTools gibt deshalb zusätzlich aus:

Damit wird die abstrakte CPA-Berechnung unmittelbar räumlich verständlich.



BCR – Bow Crossing Range

Neben CPA und TCPA kann bei einer Begegnung interessant sein, in welchem Abstand ein Gegner die eigene Kurslinie vor dem Bug beziehungsweise im Heck kreuzt. Der BCR – Bow Crossing Range beschreibt diesen Abstand. Der Wert kann auch ein Vorzeichen besitzen und damit zusätzliche Information darüber liefern, wie die relative Bahn des Gegners im Verhältnis zur eigenen Kurslinie liegt.



BCT – Bow Crossing Time

Zum BCR gehört entsprechend die zeitliche Information: BCT – Bow Crossing Time. Sie beschreibt, wann der Gegner die verlängerte eigene Kurslinie kreuzt beziehungsweise gekreuzt hat. NautiTools kann dabei auch negative Werte darstellen. Ein negativer Zeitwert bedeutet, dass das entsprechende Crossing bereits in der Vergangenheit liegt. Bei Eingabe von Uhrzeiten kann der Rechner zusätzlich die zugehörige Uhrzeit des BCT ausgeben.



Vom relativen zum wahren Kurs des Gegners

Bis hierhin haben wir den Gegner vor allem relativ zum eigenen Schiff betrachtet. Für ein vollständiges Verständnis wollen wir aber wissen:

Welchen Kurs fährt der Gegner tatsächlich?

Dazu muss die eigene Bewegung wieder in die Vektorrechnung einbezogen werden.

Bekannt sind:

Aus diesen Vektoren kann anschließend die wahre Bewegung des anderen Schiffes bestimmt werden.

NautiTools berechnet daraus:

KB – wahrer Kurs des Gegners

und

vB – wahre Geschwindigkeit des Gegners



Relativer Kurs und wahrer Kurs können völlig unterschiedlich aussehen

Dieser Unterschied ist einer der wichtigsten Gründe, warum man Radarplotten tatsächlich einmal selbst gemacht haben sollte. Auf dem relativen Radarbild kann ein Ziel beispielsweise scheinbar schräg auf dich zulaufen. Der tatsächliche Kurs des Gegners kann trotzdem eine völlig andere Richtung besitzen. Die Ursache ist deine eigene Bewegung.

Erst wenn du selbst einmal die Vektoren eingezeichnet und aus eigener Bewegung und relativer Bewegung die wahre Bewegung konstruiert hast, wird dieser Zusammenhang wirklich anschaulich.

Und genau dann verstehst du auch besser, was dir dein modernes Radargerät automatisch berechnet.



📡 Moderne Radargeräte machen die Rechnung längst selbst

Moderne Radaranlagen und insbesondere ARPA-Systeme können beobachtete Ziele automatisch verfolgen. Sie liefern beispielsweise:

Damit stellt sich erneut die berechtigte Frage: Warum sollte ich eine Radarspinne von Hand zeichnen können?

Nicht weil du sie später ständig zeichnen wirst. Sondern weil du dadurch verstehst, was diese elektronisch berechneten Zahlen eigentlich bedeuten.



Elektronik ersetzt die Berechnung – aber nicht das Verständnis

Auf einem modernen Radargerät kannst du CPA und TCPA in Sekunden ablesen. Das ist sinnvoll. Das ist zeitgemäß. Und natürlich sollte man diese Möglichkeiten nutzen.

Problematisch wird es erst, wenn ein Nutzer zwar eine Zahl auf dem Display lesen kann, aber keine Vorstellung davon besitzt, wie sie entstanden ist und was eine relative Bewegung auf dem Radarschirm tatsächlich bedeutet. Die manuelle Radarplot-Ausbildung zwingt dich dazu, die geometrischen Zusammenhänge selbst aufzubauen.

Du siehst:

Genau darin liegt der heutige Sinn des manuellen Radarplottens.



⚠️ Konstante Peilung – ein Warnsignal

Eine der klassischen Beobachtungen bei Kollisionsgefahr ist eine über die Zeit nahezu konstante Peilung bei gleichzeitig abnehmendem Abstand. Auf einem Radarplot wird dieser Zusammenhang besonders anschaulich. Wenn sich mehrere Beobachtungspunkte so entwickeln, dass die relative Bewegungsbahn in Richtung des eigenen Standortes beziehungsweise mit sehr geringem CPA verläuft, entsteht eine kritische Annäherung.

Die Radarspinne macht diese geometrische Beziehung sichtbar.



Warum zwei Messungen reichen – und drei trotzdem sinnvoll sein können

Mathematisch lässt sich aus zwei Beobachtungen bereits eine relative Bewegungsrichtung bestimmen. In der Praxis kann eine dritte Beobachtung jedoch ausgesprochen wertvoll sein. Denn sie zeigt, ob sich das Ziel tatsächlich konstant bewegt. Liegen drei aufeinanderfolgende Messpunkte sauber auf einer gemeinsamen relativen Bewegungsbahn und passen auch ihre zeitlichen Abstände zusammen, spricht vieles für eine gleichmäßige Bewegung.

Weicht der dritte Punkt deutlich ab, kann das beispielsweise auf eine Kurs- oder Geschwindigkeitsänderung des Gegners oder auf Messungenauigkeiten hinweisen. Der aktuelle NautiTools Rechner arbeitet mit zwei Messpunkten je Gegner. Das entspricht der mathematischen Mindestinformation für die dargestellte Berechnung.



🎓 Radarplotting im SSS

Beim Sportseeschifferschein (SSS) wird Radar zu einem wichtigen Bestandteil der Ausbildung. Dabei geht es nicht nur um Radarplotting.

Du solltest auch verstehen:

Das manuelle Radarplotten verbindet viele dieser Themen miteinander. Deshalb wirkt es zunächst vielleicht wie eine historische Rechenmethode, ist didaktisch aber ausgesprochen wirkungsvoll.



Warum Radarplotting vielen Teilnehmern zunächst schwerfällt

Die eigentliche Mathematik ist überschaubar. Das Problem liegt eher darin, dass mehrere Arbeitsschritte aufeinander aufbauen und verschiedene Bezugssysteme sauber auseinandergehalten werden müssen.

Du arbeitest gleichzeitig mit:

Wenn an einer Stelle ein Vektor falsch angesetzt wird, kann sich der Fehler durch die gesamte Konstruktion ziehen. Deshalb ist eine unabhängige Ergebniskontrolle ausgesprochen hilfreich.



NautiTools als Kontrolle deiner manuellen Radarspinne

Genau dafür ist der NautiTools Radarplot gedacht. Die sinnvollste Lernmethode ist nicht:

Werte eingeben und Ergebnis abschreiben.

Sondern:

  1. Aufgabe selbst zeichnerisch lösen.
  2. CPA und TCPA selbst bestimmen.
  3. relative Bewegung ermitteln.
  4. wahren Kurs und wahre Geschwindigkeit des Gegners konstruieren.
  5. anschließend die Ausgangswerte in NautiTools eingeben.
  6. Ergebnisse und Radarspinne vergleichen.

Wenn deine Zeichnung mit der digitalen Darstellung übereinstimmt, hast du eine sehr gute Kontrolle deiner Arbeit. Wenn nicht, kannst du gezielt suchen, an welchem Arbeitsschritt deine Konstruktion auseinanderläuft.



Welche Daten benötigt der NautiTools Radarplot?

Zunächst gibst du die Daten des eigenen Schiffes ein:

Für den jeweiligen Gegner werden anschließend zwei Beobachtungen benötigt.

Beobachtung 1

Beobachtung 2

Der Rechner kann dabei Zeiten sowohl als Uhrzeit als auch als Zeitangabe verarbeiten. Aus der zeitlichen und räumlichen Veränderung zwischen diesen beiden Messungen wird anschließend die relative Bewegung bestimmt.



Zwei Gegner getrennt untersuchen

Der aktuelle Radarplot besitzt getrennte Bereiche für: Gegner B und Gegner C

Du kannst damit zwei beobachtete Radarziele unabhängig voneinander eingeben und auswerten. Die Ergebnisse werden für jedes Ziel getrennt dargestellt. Das ist besonders hilfreich, wenn du komplexere Radaraufgaben kontrollieren möchtest, bei denen mehrere andere Fahrzeuge gleichzeitig beobachtet werden.



📊 Welche Ergebnisse liefert der Rechner?

Je nach eingegebenen Daten erhältst du eine umfangreiche Auswertung:

Wert Bedeutung
PCPA rechtweisende Peilung zum CPA
SPCPA Seitenpeilung zum CPA
CPA geringster Passierabstand
Passierseite Backbord oder Steuerbord
TCPA verbleibende Zeit bis CPA
TCPA Uhrzeit Zeitpunkt des CPA
BCR Bow Crossing Range
BCT Zeit bis zum Bow Crossing
BCT Uhrzeit Zeitpunkt des Bow Crossing
KBr relativer Kurs des Gegners
vBr relative Geschwindigkeit
KB wahrer Kurs des Gegners
vB wahre Geschwindigkeit des Gegners

Damit bildet NautiTools einen großen Teil der klassischen Radarplot-Auswertung digital nach.



🎯 CPA und TCPA verstehen statt nur ablesen

Wenn man Radarplotting ausschließlich als Prüfungsaufgabe betrachtet, besteht die Gefahr, dass CPA und TCPA zu bloßen Zahlen werden. Dabei haben beide Werte eine sehr konkrete Bedeutung.

Ein Beispiel:

CPA = 0,2 sm und TCPA = 8 Minuten

erzählt eine völlig andere Geschichte als:

CPA = 2,5 sm und TCPA = 35 Minuten

Das Radarplotting zwingt dich dazu, diese Werte geometrisch aus der Bewegung zweier Fahrzeuge herzuleiten. Danach liest du sie auf einem modernen Radargerät mit einem völlig anderen Verständnis.



Manuelles Radarplotten und ARPA sind keine Gegensätze

Man kann deshalb die Diskussion: „manuell oder elektronisch?“ eigentlich beenden.

Die richtige Antwort lautet: Beides – aber für unterschiedliche Zwecke.

Die manuelle Methode ist hervorragend zum Lernen und Verstehen. Das elektronische Radar ist für die tatsächliche Navigation schneller, leistungsfähiger und praxisgerechter. Wer nur manuell plotten kann, ignoriert moderne Technik. Wer ausschließlich automatisch berechnete Werte abliest und die zugrunde liegenden Zusammenhänge nicht versteht, nutzt die Technik möglicherweise ohne ausreichendes Verständnis.

Das Ziel sollte sein:

Die Theorie verstehen und die Elektronik kompetent nutzen.



💡 Mit NautiTools unterschiedliche Situationen ausprobieren

Der Rechner eignet sich nicht nur zur Kontrolle fertiger Prüfungsaufgaben. Du kannst gezielt einzelne Werte verändern und beobachten, wie sich die Begegnung entwickelt.

Probiere beispielsweise aus:

Andere Peilung

Was passiert mit dem CPA, wenn sich die zweite Peilung nur um wenige Grad verändert?

Andere Entfernung

Wie verändert sich der TCPA, wenn der Gegner schneller näherkommt?

Andere eigene Geschwindigkeit

Wie stark verändert sich die wahre Bewegung des Gegners, wenn deine eigene Fahrt verändert wird?

Anderer eigener Kurs

Wie verändert sich der berechnete wahre Kurs des Gegners, obwohl die relative Beobachtung gleich bleibt?

Gerade diese Experimente machen den Unterschied zwischen relativer und wahrer Bewegung sehr anschaulich.



Radarplotting ist Vektorrechnung in praktischer Form

Wie beim Stromdreieck geht es auch beim Radarplotting letztlich um Vektoren. Nur ist die Aufgabenstellung eine andere. Beim Stromdreieck untersuchst du beispielsweise die Beziehung zwischen: Bewegung durchs Wasser + Strom = Bewegung über Grund

Beim Radarplot untersuchst du: eigene Bewegung + relative Bewegung des Gegners = wahre Bewegung des Gegners

Wer das Stromdreieck verstanden hat, wird deshalb beim Radarplotting viele mathematische Grundideen wiedererkennen. Der Unterschied liegt vor allem in der navigatorischen Interpretation.



🛟 Der eigentliche Zweck: Kollisionsgefahr beurteilen

Am Ende ist Radarplotting keine Mathematikübung um ihrer selbst willen. Es geht um eine äußerst praktische Frage:

Entwickelt sich aus den beobachteten Bewegungen eine gefährliche Annäherung?

CPA und TCPA helfen dabei, diese Situation quantitativ zu beurteilen. Relative Bewegungsrichtung und Passierseite helfen dabei, die Begegnung räumlich zu verstehen. BCR und BCT liefern zusätzliche Informationen zur Kreuzung der eigenen Kurslinie.

Und die wahre Bewegung des Gegners hilft dabei, das Verhalten des anderen Fahrzeuges besser einzuordnen. Damit dient das gesamte Verfahren letztlich einem einzigen Ziel: einer sicheren Schiffsführung.



⚠️ Ein Rechner trifft keine Ausweichentscheidung

Der NautiTools Radarplot berechnet Bewegungsdaten. Er entscheidet aber nicht, welches Manöver nach den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) erforderlich oder sinnvoll ist. Das ist eine entscheidende Trennung.

Radarplotting liefert Informationen über:

Die navigatorische und rechtliche Bewertung einer Begegnung bleibt Aufgabe des Schiffsführers. Dazu gehören unter anderem die vollständige Verkehrssituation, die KVR, die Manövriereigenschaften der beteiligten Fahrzeuge sowie alle weiteren verfügbaren Informationen.



📱 Radarplot direkt im Browser

Der NautiTools Radarplot ist webbasiert. Du kannst deine Aufgaben deshalb ohne spezielle Desktopsoftware kontrollieren. Der Rechner ist abhängig von Bildschirm und Browser auf verschiedenen Geräten nutzbar. Für die detaillierte Radarspinne und die Kontrolle zeichnerischer Aufgaben ist ein größerer Bildschirm natürlich besonders angenehm.

Vor allem aber gilt auch hier: NautiTools soll nicht dafür sorgen, dass du weniger selbst zeichnest.

Es soll dir ermöglichen, deine Zeichnung zuverlässig zu kontrollieren und die Zusammenhänge besser zu verstehen.



🔎 Wofür kannst du den NautiTools Radarplot verwenden?

Der Rechner und diese Seite behandeln unter anderem:

Dabei gilt für Radarplotting vielleicht mehr als bei fast jedem anderen NautiTools-Rechner:

Die Elektronik darf dir die Arbeit abnehmen. Sie sollte dir aber nicht das Verständnis abnehmen.



❓ Häufige Fragen (FAQ) zu Radarplotting, CPA und TCPA

Radarplotting: Was ist Radarplotting?
Beim Radarplotting werden mehrere Beobachtungen eines Radarzieles hinsichtlich Peilung, Entfernung und Zeit ausgewertet. Daraus lassen sich die relative Bewegung des Zieles, CPA und TCPA sowie weitere Bewegungsdaten bestimmen.

Unter Einbeziehung von eigenem Kurs und eigener Geschwindigkeit können außerdem der wahre Kurs und die wahre Geschwindigkeit des anderen Fahrzeuges ermittelt werden.
Radarspinne: Was ist eine Radarspinne?
Als Radarspinne wird häufig die zeichnerische Darstellung eines Radarplots bezeichnet. Die verschiedenen Beobachtungspunkte, Bewegungsvektoren, Verlängerungen und Hilfslinien ergeben zusammen ein charakteristisches Linienbild.

NautiTools stellt diese Konstruktion zusätzlich zu den berechneten Werten grafisch dar.
CPA: Was bedeutet CPA?
CPA steht für Closest Point of Approach und bezeichnet den kleinsten Abstand, den ein anderes Fahrzeug bei unveränderten Bewegungsverhältnissen zum eigenen Schiff erreichen wird.

Der CPA gehört zu den wichtigsten Werten bei der Beurteilung einer möglichen gefährlichen Annäherung.
TCPA: Was bedeutet TCPA?
TCPA steht für Time to Closest Point of Approach und bezeichnet die verbleibende Zeit bis zum Erreichen des CPA.

CPA und TCPA sollten gemeinsam betrachtet werden, weil sie sowohl den geringsten Abstand als auch den Zeitpunkt der größten Annäherung beschreiben.
Relativ: Was bedeutet relative Bewegung beim Radar?
Die relative Bewegung beschreibt, wie sich ein anderes Fahrzeug im Verhältnis zum eigenen Schiff bewegt. Sie ist das Ergebnis aus der Bewegung beider Fahrzeuge und entspricht deshalb nicht zwangsläufig dem tatsächlichen Kurs des Gegners.

Aus der relativen Bewegung und der bekannten eigenen Bewegung kann anschließend die wahre Bewegung des Gegners bestimmt werden.
KBr: Was bedeutet KBr?
KBr bezeichnet den relativen Kurs des beobachteten Gegners. Er beschreibt die Richtung seiner relativen Bewegung zum eigenen Schiff.

Der KBr ist nicht mit dem wahren Kurs des Gegners gleichzusetzen.
vBr: Was ist die relative Geschwindigkeit?
Die relative Geschwindigkeit vBr ergibt sich aus der Veränderung der beobachteten Zielposition innerhalb eines bekannten Zeitraums.

Beim manuellen Radarplotting wird sie aus dem relativen Bewegungsvektor und der Beobachtungszeit bestimmt.
Wahrer Kurs: Kann der Radarplot den tatsächlichen Kurs des Gegners bestimmen?
Ja. Wenn die eigene Bewegung bekannt ist, kann aus ihr und der relativen Bewegung die wahre Bewegung des Gegners konstruiert beziehungsweise berechnet werden.

NautiTools gibt daraus den wahren Kurs KB und die wahre Geschwindigkeit vB des Gegners aus.
BCR: Was bedeutet Bow Crossing Range?
Der BCR beschreibt, in welchem Abstand ein Ziel die verlängerte eigene Kurslinie kreuzt beziehungsweise gekreuzt hat.

Er liefert damit eine zusätzliche Information über die räumliche Entwicklung einer Begegnung.
BCT: Was bedeutet Bow Crossing Time?
BCT bezeichnet die Zeit bis zur Kreuzung der verlängerten eigenen Kurslinie. Ein negativer Wert kann darauf hinweisen, dass die entsprechende Kreuzung bereits in der Vergangenheit liegt.

Bei Verwendung echter Uhrzeiten kann NautiTools zusätzlich die zugehörige Uhrzeit ausgeben.
Messungen: Wie viele Radarbeobachtungen werden benötigt?
Für die mathematische Bestimmung einer relativen Bewegungsrichtung werden mindestens zwei zeitlich getrennte Beobachtungen benötigt.

Eine zusätzliche dritte Beobachtung kann in der Praxis helfen zu erkennen, ob das Ziel seinen Kurs und seine Geschwindigkeit konstant beibehält oder ob sich die Bewegung verändert hat. Der aktuelle NautiTools Radarplot arbeitet mit zwei Beobachtungen pro Gegner.
Gegner: Kann NautiTools mehrere Radarziele bearbeiten?
Der aktuelle Radarplot besitzt getrennte Eingabe- und Ergebnisbereiche für Gegner B und Gegner C.

Beide Ziele können unabhängig voneinander mit ihren jeweiligen Beobachtungswerten ausgewertet werden.
ARPA: Warum muss ich Radarplotting lernen, wenn moderne Radargeräte CPA und TCPA automatisch berechnen?
Das manuelle Radarplotting ist heute vor allem ein sehr wirkungsvolles Lernverfahren. Durch die eigene Konstruktion wird verständlich, wie relative und wahre Bewegung zusammenhängen und wie CPA und TCPA geometrisch entstehen.

Dieses Verständnis hilft dabei, die automatisch berechneten Informationen moderner Radaranlagen später sachgerecht zu beurteilen.
SSS: Ist Radarplotting für den SSS wichtig?
Ja. Radar und Radarplotting gehören zu den wichtigen Themen der SSS-Ausbildung. Dabei wird nicht nur die technische Funktionsweise des Radars behandelt, sondern insbesondere auch die Auswertung von Zielbewegungen und die Beurteilung von Kollisionssituationen.
Taschenrechner: Warum wird beim Radarplotting mit einer logarithmischen Skala gearbeitet?
Bei klassischen Radarplot-Aufgaben müssen häufig Beziehungen zwischen Strecke, Geschwindigkeit und Zeit bestimmt werden. In der Ausbildung werden solche Berechnungen teilweise ohne Taschenrechner mithilfe einer logarithmischen Skala durchgeführt.

Das Prinzip ähnelt einem klassischen Rechenschieber und ermöglicht überraschend schnelle Berechnungen, sobald man den Umgang damit beherrscht.
KVR: Entscheidet der Radarplot, welches Ausweichmanöver gefahren werden muss?
Nein. Der Radarplot liefert Bewegungs- und Annäherungsdaten wie CPA, TCPA und Passierseite.

Die navigatorische und rechtliche Bewertung einer Situation sowie eine gegebenenfalls erforderliche Ausweichentscheidung müssen unter Berücksichtigung der gesamten Verkehrssituation und der Kollisionsverhütungsregeln erfolgen.
Lernen: Wie sollte ich den NautiTools Radarplot zur Prüfungsvorbereitung nutzen?
Am sinnvollsten löst du eine Radarplot-Aufgabe zunächst selbst vollständig zeichnerisch und vergleichst anschließend deine Ergebnisse mit NautiTools.

So dient der Rechner als unabhängige Kontrolle und du erkennst schnell, ob ein Fehler bei der Konstruktion, der Geschwindigkeitsbestimmung oder der Auswertung entstanden ist.

Zuletzt aktualisiert am: 22.08.2026